Archive for June, 2010

Controlling at home
28. June 2010

In der letzten Woche erhielt meine jüngste Tochter ihr Abitur. Für mich unerwartet wusste sie, entgegen anderer Bekundungen ihrerseits, zur Abiturverleihung plötzlich nicht, was sie nach dem Abitur machen wollte – wie übrigens 50 Prozent ihrer Mitabiturienten auch, und überraschte mich mit dem Vorschlag – ein Jahr zu pausieren. Ein Problem unserer Gesellschaft? Keine eindeutigen Perspektiven für die Jugend? Da ich als Vater Controller war, und vielleicht an dieser Stelle schon viel zu spät informiert gewesen bin, schlug ich ihr vor, einen Business Case für das nächste Jahr zu erstellen. “Bitte schreibe auf 4 DIN A4-Seiten zusammen, welche Maßnahmen (Praktika etc.) Du Dir für das nächste Jahr vornimmst, auf der Zeitliste abgestimmt, um nach einem Jahr genauer zu wissen, was Du willst. X Prozent Deiner Lebenshaltungskosten im nächsten Jahr sind dabei durch Dich selber zu finanzieren.”

Bereits nach wenigen Stunden kam meine Tochter ernüchtert zu mir und teilte mir mit, dass es für Berufswunsch A nur 5 Ausbildungsplätze in der Provinz gab, dass für Berufswunsch B zunächst die Ausbildung per Kredit in Höhe von 50.000 € durch den Auszubildenden vorfinanziert werden müsste, etc. Es blieben schließlich nur 3 Maßnahmen übrig.

Was ist u.a. die Quintessenz für Controller aus diesem Beispiel? Der Sinn der schriftlichen Planung! Durch schriftliches Planen denkt man es zu Ende, netzplanartig. Außerdem wird es verbindlich, man legt sich fest. Schließlich sieht es auch der Planende selber besser ein. Und weiterhin ist es auch besser gegenüber Dritten kommunizierbar.

Damit Wünsche oder Ideen realistischer, d.h. machbarer, werden, hilft die schriftliche Planung. “Im Kopf” und mündlich lässt sich schnell perfekt planen, jedoch bleiben diese Pläne häufig unerfüllte Wünsche.

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Controlling-Part in der Führungskräfteausbildung?
23. June 2010

Von Führungskräften wird neben bereichsspezifischen und mitarbeiterbezogenen Qualifikationen zunehmend auch ökonomische Kompetenz verlangt. Jede Führungskraft sollte heute wissen, wie sie zur Wertsteigerung des Unternehmens beitragen kann. Daher ist es wichtig, dass in der Ausbildung Führungskräftenachwuchs neben Strategie- und Mitarbeiterführungsthemen auch ökonomische Aspekte zunehmend berücksichtigt werden: Wie verläuft der Planungs- und Berichtswesenprozess im Unternehmen? Wie wird der Wertbeitrag gemessen? In welcher Form trägt die einzelne Führungskraft mit ihrer Mannschaft zum Unternehmenswert bei? Für die Erläuterung dieser Sachverhalte in firmeninternen Ausbildungsgängen ist der Controller prädestiniert. Sind Sie als Controller bereits involviert? Vielleicht nehmen Sie einmal mit der Personalabteilung Ihres Unternehmens Kontakt auf und suchen mit ihr gemeinsam nach Möglichkeiten, diese Themen noch besser in die interne Ausbildung des Führungskräftenachwuchses zu integrieren. Außerdem wäre das auch PR in eigener Sache. Sie können sich als Controller vorstellen und schon frühzeitig eine Beziehungsebene zu den zukünftigen Führungskräften aufbauen.

Controller-Congress-Resümeé
16. June 2010

Was ist mit einem Tag Abstand an wesentlichen Eindrücken bei mir von den Vorträgen des 35. Congress der Controller am 15. Und 16.6.2010 in München “hängengeblieben”:

1. “Nach der Krise ist vor der Krise”. Zahlreiche Referenten betonten und wiederholten diesen Satz. Es wird immer schneller immer größere Veränderungen geben, weil durch die neuen Medien alle das Gleiche machen und es dadurch zu aufschaukelnden Systemen kommt. Flexibilität sei erforderlich, vor allem bei den Mitarbeitern, die sich an schwankende Auslastungen und Arbeitszeiten gewöhnen müssen.

2. Eine große Zahl von Vorträgen hatte mit Effizienzsteigerungen zu tun: Kostensenkung bzw. Leistungssteigerung, um auf den Märkten zu überleben.

3. Zwei Vorträge, die mir besonders gut gefielen, behandelten qualitative Apsekte der Zukunft:
Das war einerseits ein Vortrag zur Thematik “Employability”. Alle, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, müssen immer daran arbeiten, d.h. ein persönliches KVP durchführen, um jederzeit arbeitsmarktfähig zu bleiben. Werden gerade junge, qualifizeirte Mitarbeiter nicht permanent weiterentwickelt, werden sie aufgrund eines veränderten Wertesystems in dieser Generation sehr schnell das jeweilige Unternehmen verlassen. Hier hätten Controller häufig noch einen “blinden Fleck”, wenn sie ausschließlich mit Zahlendaten gegenüber dieser Generation argumentieren.
Am hoffnungsfrohesten hat mich der Vortrag von Prof. Horáth über das Projekt “Green” der Ideenwerkstatt des Internationalen Controller Vereins gestimmt. Hier ist noch viel Potenzial für alle Beteiligten vorhanden. Vielleicht kommen wir zu nachhaltigen Win-Win-Situation: für Unternehmen, die Mitarbeiter, die Gesellschaft und die Umwelt. Neue Ideen braucht das Land (und die Welt)! Wirken wir (als Controller) daran mit.

Informationen zu den jeweiligen Vorträgen finden Sie unter http://blog.controllerverein.de

 

Controller-Congress 2010: Blogs
15. June 2010

Live-Blogs zu den einzelnen Congressbeiträgen finden Sie unter Blog des Internationalen Controller Vereins.

Controlling für Ärztezentren
9. June 2010

Ein Bereich, der zunehmend Controlling-Expertise benötigt und entwickelt, sind Ärzte- und Dialysezentren. Benötigt werden insbesondere standisierte Softwareprogrammme. Enthalten sein sollten insbesondere die Elemente Profit-Center-Ergebnisrechnung, innerbetriebliche Leistungsverrechnung und Kalkulation.

Controller und Schuldenberater
8. June 2010

Schuldenberater kennt per Fernsehen fast jeder. Von einem guten Schuldenberater heißt es, dass er weder nur Rechnen will, noch nur helfen will. Diese Beschreibung hat Ähnlichkeit mit der Tätigkeit eines Controllers als Inhouse-Consultant. Ein guter Controller sollte auch nicht nur Rechnen wollen. Ebenso sollte er nicht nur Beraten wollen. Beides muß in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen. Zahlen, meistens vom Controller bereitgestellt, sind dessen Eintrittskarte in die Management-Beratung. Beratung ohne entscheidungsrelevante Zahlen ist eher intuitiv als faktenorientiert. Zahlengenerierung ohne Entscheidungsrelevanz erzeugt Datenfriedhöfe. Ein deutlicher Unterschied existiert hingegen: Schuldenberater treten erst in der Krise in Aktion. Mit guten Controllern sollte ein Unternehmen gar nicht erst in diese Situation geraten.

Firmeninternes Controlling-Wiki
7. June 2010

Vor kurzem berichtete ein Controller von seiner Idee, ein firmeninternes Controlling-Wiki zu entwickeln. Er erhofft sich dadurch einfachere Diskussionen und klarere Regeln, da dieses Controlling-Wiki als ein allgemein zugängliches “Regel- und Nachschlagewerk” fungiere könne, das das in verschiedenen Word-, Excel-, oder Powerpoint-Dokumenten ersetzt bzw. ergänzen kann.

Ein nachahmenswerte Idee, die bestehende Controlling-Handbücher, Leitlinien und Glossare in eine adäquate technische Umgebung einfügt.

Finalisieren der Mehrjahresplanung
2. June 2010

Wahrscheinlich sind viele von ihnen, liebe Controller, gerade dabei, die Mehrjahresplanung zu finalisieren. Nach Controllers Standardterminkalender ist dafür der Zeitraum Ende Mai bis Anfang Juni am besten geeignet; nach der strategischen Planung und vor Beginn der operativen Jahresplanung. In vielen Unternehmen ist dabei zurzeit der Trend zu erkennen, dass die strategische Planung und die Mehrjahresplanung zunehmend synonym betrachtet werden.

Was ist bei diesem Verfahren wichtig? The end in mind! Das heißt, die Mehrjahresplanung beginnt mit dem letzten Jahr. Die Ziele des letzten Jahres werden dabei aus der strategischen Planung abgeleitet. Danach werde absteigend die einzelnen Jahre geplant, quasi als Zwischenziele zur Erreichung der strategischen Ziele.

Dieses Verfahren sollte nicht rein “top-down” erfolgen, sondern sogar eher “bottom-up”, da die Mehrjahresplanung die Umsetzungs- bzw. Realisierungsplanung der strategischen Planung auf aggregierter Ebene ist. Sie ist wegen ihres Umsetzungscharakters eine operative Planung und sollte begrifflich nicht mit der strategischen Planung gleichgesetzt werden auch wenn sie eventuell den gleichen Horizont besitzt.